„Habt ihr Tipps, wohin man als Frau gut reisen kann – auch allein?“

Diese Frage zum Thema wird Jochen und Michael regelmäßig gestellt. Und klar, Ideen sind da. Aber als zwei beinahe 2-Meter-Männer finden die beiden: Da fehlen uns die realen Einblicke, da lassen wir besser Frauen sprechen! Gesagt, getan. Und hier ist es endlich: Das Reisen Reisen Spezial – Frauenreisen! Mit bewegenden, lustigen, aufregenden Geschichten, aufschlussreichen Einblicken und hilfreichen Tipps von Sabine Heinrich und Annika Ziehen. Außerdem dabei: Sprachis von Toyah Diebel und Helen Fares!

Rund um diese Frauenpower-Folge wird es spannende Specials auf Facebook & Instagram geben, außerdem einen freien Text über „das Davor“ des Reisens, Introvertiertheit, Geschlechterrollen und andere Zwischentöne – hier auf unserem Blog. Weil das Thema Frauenreisen so viele unterschiedliche Facetten birgt. Die Folgen findet ihr am Ende dieses Beitrags. Voyage Voyage!


Sabine Heinrich
Moderatorin, Journalistin & Autorin

Während andere mit 19 zu Abenteurerinnen und Abenteurern wurden, hat Sabine Heinrich ihr Reisefeuer vergleichsweise spät entdeckt. Das sollte dann aber umso heller lodern und vor allem: nie mehr erlöschen.

„Als die erste Reise getan war, da war dann klar:
Das ist mein Herz, das ist mein Kopf. Das ist alles, was uns ausmacht. Horizonterweiterung.“

Sabines Einstieg in die Reisewelt war sanft: Sie ist ihrem damaligen Partner nachgereist, der in Peking gearbeitet hat und entsprechend wenig Zeit hatte. So musste Sabine sich die Fremde allein vertraut machen – und das hat funktioniert:

„Zu merken, wie gut es dem eigenen Selbstwertgefühl tut, das alleine
zu erobern und zu entdecken, das ist einfach ein tolles Abenteuer.“

Als Sabine allein in Paris war, wurde sie in einem Restaurant kurzum von einer Frau am Nebentisch gefragt, ob sie nicht Lust hätte, mit auf eine Party zu kommen. In Thailand begegnete sie – verzweifelt auf dem Bordstein sitzend – einem älteren Mann, der ihr dazu riet, sich von Ihrer Stadtkarte zu verabschieden, erstmal eine Suppe zu essen und dann ihrer Intuition zu folgen: „Du gehst schon nicht verloren.“ In Beirut antwortet ihr Samir, der Hostelbesitzer, auf die Frage danach, was Frieden ist, auf ganz spezielle Weise. New York hat sie herausgefordert und ihr ein Portal in die Vergangenheit geschenkt.
Momente des Alleinereisens…

„Die Welt ist großartig. Wie viel reicher mein Leben ist durch all diese Erfahrungen, und wie viel ärmer es wäre, wenn meine eigene Courage
mich daran gehindert hätte, all das zu erleben.“

Tipps von Sabine Heinrich zum Thema Frauenreisen

Thailand empfindet Sabine als einen guten Einstieg für’s Soloreisen als Frau. Generell würde sie empfehlen, nicht direkt vier Wochen oder länger zu buchen, sondern klein anzufangen. Nach Indien würde Sabine selbst nicht allein reisen. Andererseits war sie, wie erwähnt, allein im Libanon und hat von dieser Reise einige wertvolle „Lektionen“ – und tolle Erinnerungen – mitgenommen.

„Einfach machen – Was ist das Schlimmste, was passieren kann?“

Instagram auf Reisen? Für Sabine ein No-go, „eine irre Ablenkung“. Und um sich zu entscheiden, wohin die Reise gehen soll, sollte man sich am besten nach seinem inneren Sehnsuchtsort richten: Wo möchte ich unbedingt mal hin?“, und dann….

„Fahr mit Dir allein und Du bist Dein bester Reisepartner.“


Sprachi von: Toyah Diebel
Feministin, Autorin, Influencerin, Podcasterin


Annika Ziehen
Digitale Nomadin, Bloggerin, Autorin

„Oh Gott, mein Tütchen ist ja auch schon ganz nass.“ – Dieser Gedanke markierte für Annika Ziehen den Beginn ihrer intensiven Reiseleidenschaft. Kurz nach dem Abi allein in New York im Regen, kaum noch Geld übrig, eine halb aufgeweichte Frühstückstüte in der Hand. Manchmal sind es diese kleinen, wortwörtlich merk-würdigen Momente, in denen sich im Innern etwas regt, das einen liebevoll in die richtige, die eigene Richtung schubst…

New York sollte wenig später auch der erste Ort sein, an dem Annika als Studentin mehrere Jahre verbrachte. Von dort aus ging es nach Südafrika, wo nochmal klarer wurde, wie viel Freude es ihr bereitet, „alleine ins Ungewisse“ zu reisen. Geschichten hat Annika schon immer gern erzählt. Seit Südafrika dann auch in digitaler Form: Bloggen über das Reisen. Reisen als Berufung.

„Gerade beim Thema Soloreisen hängt bei vielen noch diese
Backpacker-Version im Kopf. Aber eine Soloreise kann alles sein,
was du möchtest oder eben nicht möchtest!“

Annika war bislang sieben Mal in Marokko. Zuerst im Rahmen einer Gruppenreise, um Land und Leute als eher introvertierte Person mit einem sicheren Backup-Gefühl kennenzulernen. Besonders wichtig: eine angemessene Kleiderwahl. Annika empfiehlt außerdem geführte Touren – einfach, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen, durch den man sich bewegt.

Sri Lanka beschreibt Annika als eine Art „Indien light“, als gute Vorbereitung für dieses sehr laute, intensive, reizüberflutende und auch emotional herausfordernde Land. Für Indien rät sie ebenfalls dazu, sich eher konservativ zu kleiden und lieber einmal mehr ein Taxi zu nehmen. Zum Jal Mahal – einem Palast in der Mitte des Man Sagar Sees in Jaipur – ist Annika früh morgens via Uber zusammen mit ein paar anderen Frauen gefahren. Alleine, sagt sie, hätte sie das nicht gemacht.

„Nur weil man sich jetzt alleine aufmacht, heißt das ja nicht,
dass man die ganze Zeit ausschließlich alleine unterwegs ist.“

Tipps von Annika Ziehen zum Thema Frauenreisen

Generell rät Annika, sich zu trauen, Menschen und andere Alleinreisende anzusprechen, nach Hilfe zu fragen – und sei es der gemeinsame Rückweg vom Restaurant zum Hostel im Dunkeln mit anderen Gästen. Außerdem super: Vor der Reise in Facebook- oder WhatsApp-Gruppen Infos einholen.

Ein wichtiger Aspekt, den Annika auch anspricht: „Man ist eben auch eine Kuriosität“, wenn man in weit entfernte Länder reist. Menschen werden Fotos mit einem machen wollen. Das nicht „falsch zu verstehen“, sondern als Möglichkeit, sich selbst zu öffnen für Neues, ist wichtig. Gleichzeitig aber: Grenzen setzen, sobald es einem selbst zu viel wird. Freundlich und bestimmt.
Als Reisende*r Fotos zu machen, das hat für Annika zwei Seiten:

„Fotografieren kann toll sein, um Menschen zusammenzubringen, aber gerade als westliche*r Reisende*r muss man sich immer bewusst machen, wie man selber sich fühlen würde, wenn Leute einfach im Supermarkt Fotos von dir machen oder deine Kinder im Kindergarten fotografieren würden, weil sie so niedlich aussehen.“

Keine Rechenschaft ablegen müssen, egoistisch sein dürfen und sich für das
Mit-sich-allein-sein entscheiden – das ist es, was Annika Ziehen am Soloreisen schätzt. Mehr Stories und Details? Ohren auf!


Sprachi von: Helen Fares
Journalistin, Aktivistin, Moderatorin, Podcasterin


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