Singapur (Teil 2)
Diese Episode entstand mit freundlicher Unterstützung des Singapore Tourism Board.
In der modernsten Stadt der Welt sind es nur ein paar Schritte von einem Science-Fiction-Wolkenkratzer auf eine Bio-Farm, auf der ihr einen Drink entdeckt, der in ca. 5 Jahren die ganze Welt erobert haben wird. Singapur ist einmalig und sooooo viel mehr als ein Zwischenstopp. Erlebt den Rausch von Little India, macht eine subtropische Nachtsafari mit gefährlichen Tieren, seid dabei aber so sicher, dass ihr die ganze Familie (jung und alt) mitnehmen könnt. Und taucht ein in einen weltweit einmaligen Mix aus Kulturen, der wiederum eine legendäre Fusion-Küche zufolge hat. Obendrauf gibt es mega Fotospots und so dermaßen freundliche und auch lustige Menschen, dass egal wie lange ihr letztlich bleibt – seien es ein paar Stunden, ein paar Tage oder den Rest eures Lebens – diese Stadt euch Eindrücke liefern wird, die es nirgends sonst auf der Welt gibt und: die nachhallen.
Wenn Episode 1 wie ein Auftakt war, ein Ankommen in dieser tropischen Zukunft, dann ist Episode 2 eine Reise in die Tiefe: in die Viertel, die Geschichten, die Geschmäcker, die Natur. Eine Stadt, die sich weiter entfaltet – Schicht für Schicht, Farbe für Farbe.
Ein Getränk wie ein Versprechen: Peanut Butter Coffee
Es beginnt mit einem Getränk, das eigentlich ein Dessert sein könnte. Oder ein Kunstwerk. Oder ein TikTok-Trend, bevor es zum Trend wird.
Versteckt in einer Hintergasse des Carton-Viertels – zwischen Friseurläden, Pflanzen und pastellfarbenen Shophouses – liegt das BHO Coffee. Dort, wo vietnamesische Bohnen dampfen, wo der Raum kaum größer ist als der Tresen, steht auf der Karte ein Drink, der klingt, als hätte jemand alle Lieblingszutaten eines Menschen zu einem Getränk verschmolzen: Peanut Butter Coffee with Oat Milk – iced.
Was schwer klingt, ist überraschend frisch. Nicht wuchtig, nicht süßlich-klebrig. Sondern kühl, nussig, salzig-süß, cremig und leicht – wie ein Dessert, das sich noch nicht ganz entschieden hat, ob es eines sein will. In der tropischen Hitze Singapurs ist dieses Getränk nicht nur eine Erfrischung. Es ist ein kurzer Moment Freude, den man am liebsten festhalten würde.
Und während man durch die pastellfarbenen Straßen läuft – Peanut Butter Coffee in der Hand, Häuser in Türkis und Rosa im Blick – wirkt alles in diesem Viertel ein bisschen wie ein Filmset, das vergessen hat, dass es keines ist.
Little India – ein Farbenrausch, der alle Sinne überrollt
Wer von den geordneten Straßen Singapurs nach Little India läuft, tritt durch eine Art Zaubertor. Ein Übergang, an dem Singapur seine übliche Ruhe kurz ablegt und stattdessen in eine vibrierende Intensität kippt.
Schon das erste Gebäude – die offene, mehrstöckige TK Mall – wirkt wie ein Portal:
unten Fisch, Fleisch und Gemüse; oben Stoffe, Gewänder, Farben, die wie Lichtblitze in die Augen springen. Es ist laut, warm, wild, lebendig. Die Luft trägt Curry, Mango, Weihrauch und Menschengeruch. Bollywood-Musik dröhnt aus Lautsprechern. Händler rufen. Irgendwo wirft jemand Fisch auf Eis.
Es ist der schönste Kulturschock, den man haben kann.
Little India ist ein Stück echter Welt mitten im futuristischen Singapur – konsequent gelebt. Menschen kaufen Blumenketten für den Tempel, probieren Stoffe, vergleichen Goldschmuck. Vor dem Sri-Veeramakaliamman-Tempel trinken Besucher frische Mango Lassi, während barfüßige Gläubige ein- und ausgehen.
Wer hier sitzt, merkt schnell: Dieser Ort ist kein touristisches Spektakel.
Er ist Alltag.
Ein pulsierender Ausschnitt eines Riesenlandes, der sich in einer Inselstadt verdichtet.
Zwischen Welten: Vom Chaos zur Stille der Skyline
Wenige Straßen weiter öffnet sich die Stadt wieder. Die Geräusche werden weniger, die Wege breiter, die Fassaden glatter. Singapur zeigt einen anderen Übergang – einen, der fast symbolisch wirkt: vom gelebten Chaos zur futuristischen Eleganz.
In der Bar MO Bar des Mandarin Oriental wird die Stimmung feiner, leiser, gedämpfter. Der Blick geht über die Marina Bay, die Drinks sind kleine Kunstwerke, fein abgestimmt, selten, aromatisch. Es ist dieser Mix aus Everybody’s Street und Fine Dining, der Singapur ausmacht – und der ohne Brüche funktioniert.
Der Dschungel ruft: Mangroven, Stille und ein Krokodilschild
Am dritten Tag geht es weit weg von Beton und Bars – hinaus zum Sungei Buloh Wetland Reserve, dem nördlichsten Punkt Singapurs. Nur eine Stunde Fahrt, und doch fühlt es sich an wie ein anderes Land.
Mangrovenwälder, hölzerne Stege über dem Wasser, das Zirpen von Insekten, die feuchte Hitze eines echten südostasiatischen Dschungels. Hier riecht die Luft nach Erde und Meer. Und jenseits der Wasserfläche liegt bereits Malaysia, so nah, dass man es beinahe berühren kann.
Singapur wäre nicht Singapur ohne ein perfekt gestaltetes Krokodilschild, das erklärt, wie man sich verhalten soll, wenn sich eines der Salzwasserkrokodile blicken lässt. Piktogramme, ruhig bleibende Strichmännchen, klare Regeln. Keine Panik – nur Vorsicht.
Gesehen hat man am Ende keine Krokodile, dafür Otter – die heimlichen Könige der Mangroven. Fast genauso wild, aber deutlich charmanter.
Auch das ist Singapur: Dschungel, aber kontrolliert. Wildnis, aber erreichbar.
Natur, aber für alle zugänglich.
Bollywood Farms – ein Gegenentwurf mitten im Stadtstaat
Dann ein weiterer Bruch. Oder eher: eine Erdung. Nur wenige Kilometer von der hochglänzenden Stadt entfernt liegt ein Ort, der wirkt wie ein ländliches Klassenzimmer: Bollywood Farms. Eine Biofarm, die zeigt, dass Landwirtschaft und Bildung in Singapur Platz haben – wenn auch keinen großen.
Matschwege, Kräuter, Bananenstauden, Tiere, ein kleines Restaurant, in dem ausschließlich gekocht wird, was auf der Farm wächst. Geführt von der charismatischen Ivy Singh Lim, Mitte 70, direkt, warmherzig, ein wenig rebellisch.
Hier riecht alles nach Erde. Nach Arbeit. Nach Leben. Und das Essen? Unerwartet großartig.
Pepper Leaves, Chachouka mit Sambal, Chicken Roulade, Banana Bread – alles einfach, alles ehrlich, und gerade deshalb so unvergesslich gut. Ein Gegenpol zu Singapurs Hochglanzwelt, der zeigt, wie vielfältig Identität aussehen kann.
Die große Getränkeerkenntnis: Blue Pea Iced Tea
Wenn es in Episode 1 der Peanut Butter Coffee war, dann ist es jetzt das Getränk, das alles überstrahlt: Blue Pea Iced Tea.
Ein Tee aus der Butterfly-Pea-Blüte, leuchtend königsblau – ein Getränk wie aus einem Fantasy-Film. Und dann: ein Spritzer Zitrone, und der Tee verändert seine Farbe. Wird violett. Fast magisch.
Der Geschmack: floral, kühl, leicht süß, mit Honig und Limette.
Das Gefühl: ein Tropentag, gebändigt in einem Glas.
Es ist eines dieser Getränke, von denen man sicher ist, dass sie später ein Trend werden – und man sagt: Ich kannte es, bevor es cool wurde.
Dempsey Hill – das elegante Finale im grünen Schatten
Zum Abschluss führt der Weg nach Dempsey Hill, ein hügeliges Areal voller alter Kolonialbauten, Galerien, internationaler Restaurants und riesiger Bäume. Es fühlt sich an wie ein Sonntag, selbst an einem Mittwochabend: Kinder spielen Fußball, Menschen gehen mit ihren Hunden spazieren, alles wirkt entspannt, elegant, weit.
Und dort, in einer weißen Kolonialbaracke, liegt eines der faszinierendsten Restaurants Singapurs: Candlenut, das weltweit erste peranakanische Restaurant mit Michelin-Stern.
Hier kocht Chef Malcolm Lee Gerichte seiner Mutter und Großmutter – traditionelle Peranakan-Küche, verfeinert, modern interpretiert, voller Tiefe, Komplexität und Erinnerungen. Bitter, süß, salzig, sauer, cremig, feurig – ein Menü wie eine Familiengeschichte.
Der Abend dort ist einer der Momente, die bleiben: weil das Essen so besonders ist, weil die Atmosphäre warm ist, weil Kultur hier etwas ist, das man schmeckt.
Singapur – eine Stadt, die nie aufhört, neue Türen zu öffnen
Episode 2 zeigt Singapur von innen: roh, wild, bunt, duftend, laut, leise, grün, futuristisch und gleichzeitig zutiefst menschlich.
Eine Stadt, die Kulturen vereint, Natur schützt, Innovation lebt und trotzdem Raum für Chaos, Überraschungen und Geschmacksexplosionen lässt.
Ob im Mangrovenwald, in Little India, auf einer Biofarm oder in einer Sterne-Baracke – Singapur bleibt ein Mosaik aus Welten, das man in jeder Dosis erleben kann: ein Tag, eine Woche, ein Leben.
Und ganz egal, wie lange man bleibt:
Ein blauer Tee oder ein Peanut Butter Coffee sollte immer dabei sein.

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